20. Februar 2015

Die virtuelle Welt

Sie ist einfach nicht mehr wegzudenken, diese virtuelle Welt. 
So wie wir nachts in unsere Traumwelten eintauchen, so treiben sich die meisten am Tage im Web herum. Eine neue Kommunikationsebene wurde erschaffen, um den Verbraucher noch mehr zu manipulieren, den Schwachen Rückenwind zu geben und zu stärken und den Starken noch stärker zu machen.
Im Internet ist alles möglich. Man gehört dazu, man darf laute Töne von sich geben. Man braucht sich nicht zu verstecken.
Bist du nicht drin, bist du nicht dabei. Hast du keine Technik Zuhause, bist du allein.

Das Internet ist eine Raum, wo sich zig Menschen auf kleiner Fläche tummeln können. Hier darf jeder was sagen, hier ist jeder willkommen.
Es zählt nicht wie du aussiehst, es zählt wie du dich präsentierst. Jeder darf frei sein.
Es werden kleine Welten erschaffen, um die Individualität des Einzelnen gerecht zu werden.
Leben im Grünen war gestern, online leben ist heute.

Die verschiedenen Seiten sind wie Flure, Communities lassen Menschen zusammenschweißen. Ist man online, ist man da, präsent. Man kann sich austauschen, sich unterhalten, gemeinsam lachen oder weinen. 
Wir springen von der Traumwelt in die virtuelle, nebenbei läuft die Realität.
Welche Rolle spielt schon die Realität, wenn man im Netz Eins sein kann?
Man kann einkaufen gehen, anprobieren ist Schnee von gestern. Man klickt sich durch und alles läuft automatisch. Man wählt sich einen Partner und klinkt ihn an, ist man sich sympathisch, verbringt man sein Leben miteinander, welches eh nur nebensächlich geworden ist. 

Jeder der etwas mitzuteilen hat, kann schreien. Die Kreativität setzt keine Grenzen, Grenzen setzt nur die reale Welt.
Warum reden, wenn man schreiben kann.
Hier ist man groß, hier hat man was zu sagen. Egal was du machst, sag es den anderen. Teile dein Sein und stell dich in die Mitte.
Hallo hier bin ich! Liest mich, liebt mich, klickt mich!

Es ist völlig egal, wie blendend alles ist. Es ist irrelevant wer du bist, wie echt du bist, Hauptsache du hast was zu erzählen. Zeig mir dein Bewusstsein, und ich zeig dir meines und noch viel mehr.
Wir nehmen es an, egal ob richtig oder falsch. Hauptsache es wird gesehen, Hauptsache Feedback.
Ist das Reale schlecht, lässt man sich im Worldwideweb aus. Ist das Reale toll, will man es mit allen anderen teilen.
Privatleben ist Out, Öffentlichkeit ist In.

Hier bin ich anders, hier darf ich du sein. Zeig mir dein Netz, und ich zeig dir meins. Materielles ist unwichtig, hier existiert sowas nicht. Hier gilt nur der Schein, und wie gut du ihn aufrecht erhalten kannst. Hier brauchst du nur ein bisschen überzeugend sein.
Leb mit uns, mach dich frei.
Willkommen im neuen Jahrhundert. Hier hast du die Macht.

Kommentare:

  1. ...aber... birgt das Virtuelle nicht trotzdem auch Möglichkeiten? Positives? Ich lerne Menschen kennen, mehr oder weniger, denen ich sonst vielleicht niemals begegnet werde... Ich kann mich austauschen, sehen, erfahren... Wie wenig oder wie viel, das entscheidet nicht allein nur das Virtuelle, denn auch im Realen.. kann ich mich verbergen, meine Seele verhüllen...
    Das Online Shoppen ermöglicht, Dinge einzukaufen, die ich lokal so nicht immer entdecken kann..
    Ich denke, es kommt immer auf die Balance an, wie viel oder wie wenig ich zulasse. Fast so.. wie im realen Leben..

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    1. Ja absolut! Der Text ist in der Tat etwas negativ geschrieben. ;)
      Gerade dieses vernetzen ist ja auch etwas Gutes, dieses 'einfach so' Menschen kennen lernen, Unterhaltungen führen, 'Mitreden', ohne vorher voreingenommen zu sein.
      Klar, alles ist möglich. ;)

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    2. Negativ finde ich ihn nicht, eher sehr kritisch :) Manchmal "überspitze" auch ich Situationen, um eine Grundaussage zu verdeutlichen. Und bei Dir interpretiere ich die Grundaussage dahingehend, als dass der Mensch sich mehr und mehr ins Virtuelle verkriecht und verlernt, im Realen miteinander umzugehen.
      Ist es das, was Du sagen wolltest?

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    3. Jap. :)
      Mich hat das Thema im Nachhinein ein bisschen an 'Die Welle' erinnert..
      Es kann gut sein, solang es nicht übertrieben wird und man nicht das Wesentliche aus den Augen verliert, bzw. man nicht größenwahnsinnig wird.

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